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Der Kanarienvogel oder Kanariengirlitz kommt ursprünglich von den Kanarischen Inseln, von Madeira und den Azoren. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts, als die Kanarischen Inseln von den Spaniern erobert wurden, wurde der kleine Sänger von den Spaniern entdeckt. Spanische Mönche haben als erste damit begonnen, die Kanarien zu züchten, die Männchen wurden zum Verkauf angeboten, die Weibchen wurden jedoch vom Verkauf ausgeschlossen, so dass die Mönche die Monopolstellung bei der Zucht behielten. Erst Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Monopolstellung gebrochen, als die Kanarien nach Italien, Frankreich und England gelangten.

 

Ein Schiff, was für die Mönche bestimmte Kanarien an Bord hatte, erlitt Schiffbruch und so konnten sich die Kanarien ausbreiten.

Serinus canari

Die Naturfarbe des Kanarienvogels war ursprünglich gelb-grün, inzwischen sind jedoch sehr viele Farbschläge gezüchtet worden, so gibt es diese nicht nur in gelb, sondern auch rote, weiße oder gescheckte Tiere sind zu bekommen. Die Kanarien werden heute unter Farb-, Positur- und Gesangskanarien unterschieden.

 

Hierunter sind besondere Zuchtformen wie der Haubenkanarienvogel sowie Kanarienvögel mit „Locken“ entstanden. Letztere sind die Vögel, bei denen die Federn für einen Laien nach allen Seiten hin abstehen und die immer aussehen, als wenn sie sich nicht gekämmt haben. Der Züchter jedoch hat für jede Partie dieses Vogels, sei es Rücken, Brust oder Kopf seine ganz eigenen Bezeichnungen. So wird beispielsweise die Rückenfrisur als „manteau“, die Brustfrisur als „jabot“ und die Kopffrisur als „casque“ oder „calotte“ bezeichnet. Durch die Zucht mit den Kanarienvögeln und das ständige Verpaaren mit anderen Arten sind jedoch einige Arten so krankheitsanfällig, dass sich beispielsweise die Federn gar nicht mehr richtig ausbilden bzw. die Verpaarung von bestimmten Arten ergeben hat, dass die Tiere erst gar nicht lebensfähig waren. So sind sogar Kanaries gezüchtet worden, die nicht nur ein ganz dünnes Gefieder besitzen, sondern die auch, vom Züchter beabsichtigt, kahle Stellen an Wangen, Brust und Bauch aufweisen sollen. Ob das noch im Sinne des Tieres ist, mag bezweifelt werden…

 

Der Kanarienvogel deckt seinen Nahrungsbedarf überwiegend aus einer Vielzahl verschiedener Sämereien ab. Besonders beliebt sind Grasrispen. Nicht nur die frischen Samenkörner werden gerne genommen, eignen sich die leeren Rispen doch auch als Beschäftigungstherapie, da sie mit Vorliebe zerfasert werden. Aber auch frisches Grün wie Basilikum, Gartenkresse, Löwenzahn, Wegerich, Petersilie, Brennnessel, Vogelmiere oder Beifuss kann man in seinen Speiseplan integrieren. Ebenso Obst oder Salat.

Hauptbestandteil des Futters für Kanarien ist die Spitzsaat, oft auch als Glanz oder Kanariensaat bezeichnet.

 

Als Ergänzung können noch kleine Mengen von Japanhirse, Mannahirse, Leinsamen, Salatsamen, Weizen und Mohn hinzu gegeben werden.

 

Wer eine gemischte Vogelgemeinschaft mit Wellensittichen besitzt, wird jedoch auch schon bemerkt haben, dass Kanaries gerne auch mal das Futter der anderen probieren und notfalls auch gegen alle anderen verteidigen. Das Futter schadet Ihnen nicht, sondern bereichert ihren Speiseplan. Besonders gerne futtern sie auch mal Sonnenblumenkerne, wenn diese auch so groß wie ihr eigener Schnabel sind.

Das sollte aber nur ausnahmsweise mal angeboten werden und nicht zur Regel werden.

 

Die Kanarienmännchen und die Weibchen sind schwer voneinander zu unterscheiden. Das Männchen ist jedoch meist der bessere Sänger.

 

Die Brutzeit des Kanarienvogels ist Ende März/Anfang April. Die Kanarien bauen ein ca. 10-15 cm großes Nest, in dem das Weibchen 4-5 Eier ablegt, die dann zwei Wochen bebrütet werden. In der freien Natur wird jedoch erst mit dem Brüten begonnen, nachdem alle Eier im Nest liegen. Nach ca. 17-18 Tagen verlassen die Jungvögel das Nest.

 

Um nur einige Farbkanarien zu nennen, sind die in den Handel kommenden häufigsten Arten mal beschrieben. Es gibt jedoch bei allen diesen Farbschlägen noch weitere Unterscheidungen, die jedoch den Rahmen einer kurzen Beschreibung sprengen würden.

 

Schecken:

Durch das teilweise Fehlen von Melaninen, die dunklen Farben im Gefieder, bilden sich beim Vogel helle Flecken, die ihn scheckig erscheinen lassen.

 

Gelbfarbene:

Fehlen die Melaninfarben völlig, so bilden sich gelbe Vögel aus.

 

weiße Kanarien:

Fehlen sowohl die Melaninfarben als auch die Lipochromfarben (diese entstehen durch Nahrungsaufnahme von roten Farbstoffen – Karotinoide), so bilden sich weiße Vögel aus. Es handelt sich hier aber nicht um Albinos. Während die weißen Kanarien schwarze Augen besitzen, grenzen sich die Albinos dadurch ab, dass sie nicht nur rote Augen haben, sondern dass ihnen jegliche Farbstoffe in Gefieder und Haut fehlen.

 

rote Kanarien:

durch die Verpaarung mit dem Kapuzenzeisig sind die roten Kanarien entstanden.

 

schwarze Kanarien/Melaninvögel:

als schwarze Kanarien werden die Vögel bezeichnet, bei denen die Melaninfarbe vollständig erhalten blieb.

 

Achatkanarien und braune Kanarien:

die Melaninfarbe ist abgeschwächt und erscheint nicht mehr als schwarze, sondern tritt als graue oder braune Farbe zutage.

 

Mosaikkanarien:

Das Jugendkleid ist noch rot oder orange, nach der ersten Mauser jedoch färben sich die Vögel weiß und schimmern nur noch leicht orange oder rötlich.

 

Pastellkanarien:

durch eine zuchtbedingte Veränderung der Federzellen können die hellen gelben und roten Farben im Gefiederkleid nicht vollständig das Gefieder durchdringen und die Vögel wirken dadurch pastellfarben.

 

Um die rote oder gelbe Farbe der Kanarien intensiver erscheinen zu lassen, wurden dem Futter Cayennepfeffer bzw. Paprika beigemischt. Im Fachhandel gibt es heutzutage spezielles Futter, was die Farbintensität erhält.

 

Kanarienvögel als Lebensretter:

Durch den Einsatz der Kanarienvögel im Bergbau wurde zu damaligen Zeiten vielen Bergleuten das Leben gerettet. Die Tiere reagierten sehr empfindlich auf das gefährliche Grubengas und sobald der Kanarie seinen Gesang einstellte, wussten die Bergleute, dass sie den Stollen verlassen müssen.