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Julchen

 

Danach haben wir für Krümel noch mal ein Mädchen gesucht, Julchen eine kleine hellgrüne, die der Susi von der Farbe her sehr ähnlich war. Jedoch war Julchen kein bisschen sanftmütig - so wie Susi - sie hat so stark zugebissen, dass man blutige Finger bekam.

 

Julchen hatte die Angewohnheit, öfter mal ohne nachzudenken, loszufliegen und saß dann auf dem Fußboden und wusste nicht mehr weiter. Es blieb uns dann meist nichts anderes übrig, als sie dort aufzusammeln und nach Hause zu bringen. Oftmals haben wir uns dann mit ihr Ärger eingehandelt und sie hat kräftig zugebissen.

 

Durch Julchen kommen wir jedoch gleich auf Jacky.

 

 

Jacky

 

Er war einer dieser Kandidaten, die nicht mehr "gebraucht" wurden, ein kleiner blauer Welli. Jacky war bereits zahm, wie er zu uns kam und brachte seinen "besten Freund", einen kleinen Plastikvogel mit. Eigentlich traurig, aber er liebte diesen kleinen Kameraden auch dann noch, als er längst andere Wellis zur Gesellschaft hatte. So saß er sogar nachts, wenn im Zimmer alles dunkel war, unten auf dem Fußboden bei seinem "Kumpel" und erzählte ihm lange Gutenachtgeschichten. Manches mal sind wir dann noch mal rüber zu Jacky gegangen und haben ihn ermahnt, er solle endlich schlafen. Allerdings hat er nie auf uns hören wollen. Kaum war jedoch Julchen da, hat er alles vergessen und sich "Hals über Kopf" in Julchen verliebt. Krümel hatte nicht die geringste Chance.

 

Leider - oder Gott sei Dank für die Tiere, muss ich wohl sagen - sind immer wieder Asylanten bei uns gelandet. Leute, die ihren Vogel nicht mehr wollten (keine Zeit/keine Lust/macht zu viel Dreck), haben diese zu uns gebracht.

 

 

Wuiwui

 

So kam auch Wooly (Rufname Wuiwui) auf ähnliche Weise zu uns. Wuiwui hat seinen Namen von der Firma Woolworth, dort haben wir ihn eingefangen. Er ist wohl von irgendjemanden dort ausgesetzt worden, weil er eine Nestlingskrankheit hatte (Rachitis).

 

Wuiwui hatte zwei schiefe Füße, beide zeigten nach innen und er konnte sich nicht richtig auf die Stangen setzen, sondern hielt sich dabei immer am Gitter fest. Dazu wog er von Anfang an nur 27 Gramm - absolute Untergrenze sind  35 Gramm - doch er hielt sein Gewicht jahrelang und fühlte sich sehr wohl bei uns.

 

Wuiwui war uns offensichtlich so dankbar, dass wir ihn aufgenommen haben, dass er uns förmlich mit seiner "Liebe" überschüttet hat. Er war total auf uns fixiert und kam - so lange er noch fliegen konnte - immer zu uns und versuchte, uns zu füttern. Wenn wir nach Hause kamen und uns mit Wuiwui unterhalten haben, war er stets so aufgeregt, dass er vor Freude - wie ein Maikäfer - regelrecht mit den Flügeln gebrummt hat.

 

So lange Wuiwui fliegen konnte, hat er mit den anderen Wellis im Schwarm gelebt. Mit neun Jahren konnte er dann nicht mehr fliegen und er hat sein eigenes kleines "Häuschen" bezogen und wohnte dort mit einem kleinen Kanarienvogel namens Rambo. In seinem Häuschen hatte er eine kleine Leiter, so dass er gut vom Boden hochklettern konnte und wir hatten ihm zwei große, bis zum Rand mit Sand gefüllte Futternäpfe im oberen Teil des Käfigs eingehangen, in denen er oft saß und von dort konnte er sein kleines Reich regieren. Und wehe, ihm kam einer quer, dann gab es Ärger. Denn er war ein ziemlicher Sturkopf.

 

Er war voller Lebensfreude und erzählte und schimpfte gerne mal kräftig vor sich hin, wenn ihm irgendwas nicht passte. Auch unsere anderen Wellimitglieder gingen gerne mal auf ein "Pläuschen" bei ihm vorbei, so dass er nach wie vor die Ansprache von den anderen aus unserem kleinen Schwarm nicht missen musste.

 

Damit Wuiwui wenigstens ab und zu mal seine kleinen Flügel benutzen musste, haben wir ihn hin und wieder für kurze Zeit aus dem Käfig genommen und uns mit ihm auf den Fußboden gesetzt, damit er ein bisschen Bewegung bekam. Er machte dann ein paar Flugversuche und sprang auf dem Boden herum und wenn er keine Lust mehr hatte, kletterte er in die ihm angebotene Hand und wurde wieder nach Hause getragen.

 

Manchmal saß er auch einfach bei uns und ließ sich mit Genuss das Köpfchen kraulen. Wer auch immer Wuiwui ausgesetzt hat, hat wirklich ein kleines Vogelwunder verpasst. Wuiwui ist elf Jahre alt geworden und war in dieser Zeit nicht ein einziges Mal krank. - Wuiwui... -